ZU GAST IN DER MOOSALPREGION

JESCO MENGIS

Ein junger Athlet, ein wachsendes Projekt und eine Region, die ihre Stärken neu entdeckt.

Wo alles begann

Jesco Mengis aus Visp ist einer, der früh hängenblieb am Langlauf. Ein Artikel über eine Biathletin im Geolino hat ihn als Kind neugierig gemacht – und seither ist der Sport mehr als Hobby. Heute gehört er zu den vielversprechendsten Nachwuchsbiathleten im Oberwallis und war bereits für die Sports Awards nominiert. Sein Weg hat auch Spuren in der eigenen Familie hinterlassen: Sein Vater engagiert sich inzwischen intensiv für den Langlauf in der Moosalpregion und organisiert diesen Winter den zweiten Moosalpsprint – Teil eines neuen Schubs, der die Sportart in der Region wieder sichtbarer machen soll. 

Biathlon: Kraft, Kontrolle und der Moment dazwischen

Was Jesco am Biathlon fasziniert, ist die Spannung zwischen Tempo und Ruhe. «Auf der Loipe gibst du Vollgas, dann stehst du am Schiessstand und musst in Sekunden runterfahren», sagt er. Dieses Wechselspiel aus maximaler Belastung und präziser Kontrolle treibt ihn an. Er trainiert im dritten Jahr an der Sportschule in Brig – optimale Bedingungen, um Schule und Leistungssport zu verbinden. Auch die Moosalpregion bleibt für ihn ein Fixpunkt. Der Moosalpsprint gehört für ihn zum Winter dazu: intensiv, eng, schnell. «Der Sprint ist viel spannender als ein Distanzrennen», sagt er. «Mehr Zweikämpfe, mehr Dynamik, jede Kurve kann etwas entscheiden.» In dieser Saison steht er erstmals selbst am Start – ein Perspektivenwechsel, auf den er sich freut. Den Ski-OL in der Moosalpregion findet er ebenfalls wichtig: ein zusätzlicher Baustein, der Aufmerksamkeit schafft. Teilnehmen wird er wohl kaum. «Karten lesen gehört nicht zu meinen Stärken», sagt er und lacht.

Eine Region, die den Langlauf neu denkt 

Während Jesco an seinem Weg nach vorne arbeitet, entsteht parallel ein Projekt, das den Langlauf in der Moosalpregion wieder beleben soll. Die Initiative kommt aus der Region selbst – sein Vater spielt eine zentrale Rolle. Die Moosalp hat dafür ein starkes Fundament:

• In der unteren Hellela führt eine mehr als zehn Kilometer lange Strecke durch Wald, Lichtungen und stille Natur.

• Weiter oben, auf über zweitausend Metern, liegen schneesichere Loipen mit Blick weit ins Panorama.

Eine Kombination, die Anfänger:innen genauso ab ­ holt wie ambitionierte Athlet:innen – und die fast das gesamte Spektrum des Langlaufens abdeckt.

Nachhaltig, schlicht und wirkungsvoll

Die Strategie der Region ist klar: auf bestehenden Wegen bleiben, Natur respektieren, Qualität statt Masse bieten. Die Loipen folgen – wo immer möglich – den natür ­ lichen Linien des Geländes. Und wenn Schnee oder Wetter einmal schwierig werden, setzt die Region auf transparente Kommunikation statt auf krampfhafte Lösungen. Unterstützung kommt von «Loipen Schweiz». Die Zusammenarbeit hilft, Standards zu definieren und ein verlässliches Angebot zu schaffen. 

Blick nach vorn

Jesco trainiert derweil weiter auf seine nächsten
Ziele hin. Er will sich für den IBU Junior Cup qualifizieren – und erneut die Chance auf die Jugendweltmeisterschaft erhalten. Beim Schiessen möchte er sich
verbessern. «Da dürfte ich gern noch ein paar Scheiben mehr holen», sagt er und lächelt. Gleichzeitig freut er sich über die Energie, die in
seiner Heimatregion spürbar wird. «Es ist stark zu sehen, was hier entsteht. Das Gelände hat enormes Potenzial. Wenn die Moosalpregion vorangeht, ziehen vielleicht andere Gebiete nach», meint er. Besonders Angebote für Jugendliche oder regelmässige Trainings könnten aus seiner Sicht viel bewegen. Für Jesco ist es motivierend, seinen eigenen Weg zu gehen und gleichzeitig mitzuerleben, wie der Langlauf in der Moosalpregion neuen Schwung bekommt. Und für alle, die selbst einmal in die Loipe möchten oder den Sport neu entdecken wollen, bietet die Moosalpregion dafür ideale Bedingungen. Ein guter Moment also, um den Winter aus einer anderen Perspektive zu erleben.