„Eine einmalige Chance packen“

Am 15. Dezember wird in Bürchen darüber abgestimmt, ob einem Hotelprojekt in den Bodmen die Möglichkeit geboten werden soll, das Bauvorhaben innert zweier Jahre zur Baureife zu bringen.

Die Urversammlung von Bürchen hat im Jahr 2011 Ja gesagt zu einem Entwicklungsprojekt für Bürchen. Im Rahmen dieses Projektes wurde der Dorfplatz von Zenhäusern neu gestaltet. Wichtigstes Vorhaben ist jedoch der Bau eines attraktiven, architektonisch originell gestalteten und ganzjährig professionell bewirtschafteten Hotels im Gebiet Bodmen. Die Gemeinde hat mit einem Entwicklerteam unter der Leitung der Firma Monoplan eine Vereinbarung über die rund zweijährige Phase der Entwicklung des Hotelprojektes bis zur Baureife (inkl. Bewilligungen) getroffen. Monoplan ist in der Schweiz bei der Entwicklung von Hotelprojekten führend. Die Bevölkerung von Bürchen kann am 14. Dezember 2019 über diese Vereinbarung abstimmen.

 

Tourismus steht hinter diesem Hotelprojekt
Die Moosalp Tourismus AG sowie die Moosalp Bergbahnen AG stehen hinter diesem Projekt der Gemeinde Bürchen. Die Vereinbarung zwischen der Gemeinde Bürchen und der Entwicklungsfirma stellt in den Augen der Moosalpregion eine einmalige Chance dar, um der Destination touristisch eine neue Dynamik zu verleihen. Die Gemeinde Bürchen geht mit der Vereinbarung keine finanziellen Risiken ein und kann im gesamten Entwicklungsprozess mitreden. In der Moosalpregion hat man ein riesiges touristisches Potential, welches es nun zu nutzen gilt. Als Bewohner der Moosalpregion ist man sich der Schönheit und Attraktivität der Region sehr oft nicht mehr richtig bewusst. Der Standort, die Natur und das Panorama sind jedoch einzigartig und daher ist es sehr wichtig, dass man wieder zum Glauben an unsere attraktive Region zurückfindet. Die Moosalpregion, Einheimische, Zweitwohnungsbesitzer, das Gewerbe und die Gäste müssen zusammenstehen und die Projekte gemeinsam angehen für eine nachhaltige Entwicklung der gesamten Region. Das Hotelprojekt Bürchen wäre ein geeigneter Start dafür und kann als Auslöser für eine Dynamik in der Region genutzt werden. Gemeinsam sind wir stark.

 

Doch was macht das Projekt so wertvoll für die Moosalpregion?

  • Erhöhung der touristischen Wertschöpfung dank der Ausweitung zu einer Ganzjahresdestination.
  • Erweiterung der Beherbergungskapazitäten und des touristischen Angebotes, vor allem im Sommer.
  • Schaffung warmer Hotelbetten mit professioneller Bewirtschaftung. (Bedingung an den Betreiber: mindestens 75 % Auslastung)
  • Beitrag zur Weiterentwicklung der Infrastruktur und vermehrte Investitionstätigkeit.
  • Ansprechen neuer Gästesegmente: Hotelgäste während des ganzen Jahres, Event- und Kongresstourismus, Schulungsräumlichkeiten, Unterbringung grösserer Gruppen, etc.
  • Die Feriengäste profitieren von einem erweiterten Angebot.
  • Der Skiplatz Bodmen und das aktuelle Angebot im Sommer (Kinderspielplatz, Minigolf) wird beibehalten und durch das Projekt nicht gefährdet oder verdrängt.
  • Die architektonisch attraktive und einzigartige Gestaltung des modernen Hotels, welches sich optimal in die Landschaft integriert, zieht neue Gäste an.
  • Schaffung neuer Arbeitsplätze
  • Beitrag zur positiven (finanziellen) Entwicklung der Gemeinde und der in der Moosalpregion tätigen Unternehmen.
  • Steigerung der Attraktivität als Wohn- und Arbeitsort (und damit Erhaltung des Dorfladens, der Schule, der Bergbahnen, etc.).
  • Belebung der ganzen Gemeinde.

 

Und wie soll das Hotelprojekt in den Bodmen aussehen?
Das Hotelprojekt Bodmen orientiert sich am Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs von 2013. Der mehrfach für dieses Projekt ausgezeichnete Architekt Fernando Menis hat sich einer naturnahen Bauweise verschrieben und arbeitet mit den Rohstoffen vor Ort. Der Hotelbau integriert sich sehr gut in die Landschaft und will die einzigartige, von Landwirtschaft, Tradition und Tourismus geprägte Region Bodmen nicht stören, sondern aufwerten. Das Hotel ist innen zeitgemäss und modern gestaltet und entspricht den aktuellen Ansprüchen der Gäste. Die Höhe der Gebäude beträgt maximal 16 m.

Wie sieht diese Vereinbarung inhaltlich aus?
Mit der Vereinbarung verpflichtet sich das Entwicklerteam zur Entwicklung des Hotelprojektes Bodmen bis zur Baureife. Das beinhaltet auch die Suche nach einem Investor, der rund 50 Mio. CHF investieren möchte. An den Investor sind seitens der Gemeinde klare Bedingungen gestellt. Das Entwicklerteam sucht zudem den künftigen Betreiber, der die neuen Betten zu mindestens 75 % auslasten muss. Der Investor kann bei der Gestaltung des Hotels mitreden.

 

Welche Rolle hat das Entwicklerteam?

  • Das Hotelprojekt Bodmen in zwei Jahren zur Baureife führen.
  • Das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Architekten verfeinern (Vor- und Bauprojekt).
  • Einen seriösen Investor suchen (an klare Bedingungen geknüpft).
  • Einen Betreiber suchen.
  • Die Finanzierung sichern.
  • Die notwendigen Bewilligungen einholen: Teilrevision des Zonennutzungsplanes für das Gebiet Bodmen hin zu einer Zone für Beherbergung sowie Baubewilligung des Kantons.

 

Welche Rolle hat die Gemeinde?

  • Einbezug bei den Verhandlungen mit den Behörden.
  • Festlegen der Rahmenbedingungen (z. B. für den Investor).
  • Fester Platz im Projektteam.
  • Mitsprache bei der Wahl des Investors.
  • Mitsprache bei der Wahl des Betreibers.
  • Genehmigung der Zwischenberichte zum Stand der Planung (alle drei Monate).
  • Verhandlungen mit den Privateigentümern.

 

Was passiert, wenn die Bevölkerung die Vereinbarung annimmt?
Wenn aus der Abstimmung vom 14. Dezember 2019 ein „Ja“ hervorgeht, kann das Entwicklerteam im Januar 2020 mit seiner Arbeit beginnen. Die zweijährige Planungsphase kann bei Bedarf um ein Jahr verlängert werden. Danach wird das Projekt der Urversammlung vorgelegt. Das Projekt beinhaltet die Abgabe von 15‘000m2  Land auf dem Areal Bodmen. Falls die Urversammlung das Projekt zu diesem Zeitpunkt ablehnt, muss die Gemeinde dem Entwicklerteam einen Teil der entstandenen Kosten entschädigen (maximal 1 Mio. CHF, davon 70% in Form von Terrain zu aktuellen Marktpreisen (Wald, Landwirtschaftsfläche und Bauland). Nimmt die Urversammlung das baureife Hotelprojekt Bodmen an, entstehen der Gemeinde keine Kosten. Falls innerhalb der Laufzeit der Vereinbarung die Finanzierung nicht sichergestellt werden kann oder aus welchem Grund auch immer keine Baubewilligung erteilt wird, erlischt die Vereinbarung ohne gegenseitige Verpflichtungen.

 

Was passiert, wenn die Bevölkerung die Vereinbarung ablehnt?
Wenn die Bevölkerung am 14. Dezember 2019 nein sagt, ist das Hotelprojekt Bodmen aus heutiger Sicht beendet. Es wäre ein bewusster Entscheid der Dorfbevölkerung gegen eine (vor allem touristische) Weiterentwicklung der Gemeinde.

 

Welches Risiko trägt die Gemeinde?
Das Risiko liegt allein beim Entwicklerteam; es erhält im Rahmen der Vereinbarung für seine Arbeit keine Entschädigung von der Gemeinde und trägt alle Kosten, welche bis zur Erteilung der Baubewilligung entstehen. Die Investitionssumme von rund 50 Mio. CHF für das Hotelprojekt trägt ein Investor, den das Entwicklerteam unter den in der Vereinbarung durch die Gemeinde festgelegten Rahmenbedingungen (sauberes Geld, keine Spekulationen, Mitspracherecht der Gemeinde bei der Auswahl) suchen muss. Die Gemeinde verpflichtet sich lediglich zu einer Entschädigung von maximal 1 Mio. CHF, falls die Bevölkerung von Bürchen das baureife Hotelprojekt (nach zwei Jahren Planung) an der Urversammlung ablehnt (vgl. oben).

 

Und was muss am Zonenplan geändert werden?
Die Realisierung eines Hotels in den Bodmen verlangt nach einer Teilrevision des Zonennutzungsplanes. Das Gebiet Bodmen muss zu einer Zone für touristische Beherbergung umgewandelt werden. Hierzu hat der Kanton Wallis am 22. Juni 2017 eine positive Vormeinung abgegeben. Die Zonenplanänderung verlangt zu einem späteren Zeitpunkt nach einer Zustimmung durch die Urversammlung. Lehnt die Urversammlung den künftigen Detailnutzungsplan und den Quartierplan Bodmen ab, wird die Vereinbarung (ohne Kostenfolge) ungültig. Das Kinderparadies der Bodmen ist durch die Umzonung oder das Projekt nicht gefährdet und kann auch in Zukunft garantiert werden.

 

Informationsveranstaltung 4. Dezember 2019, 19.30 Uhr im Gemeindesaal Bürchen
Am 4. Dezember informieren die Projektverantwortlichen an einer Informationsveranstaltung über die Details des Projektes. Es gibt die Möglichkeit um offene Fragen zu klären und persönlich mit den Verantwortlichen über das Projekt zu diskutieren. Alle interessierten sind herzlich eingeladen.

 

Empfehlung um Zustimmung der Vereinbarung
Der Gemeinderat von Bürchen sowie die Tourismusverantwortlichen der Moosalpregion empfehlen den Stimmbürgern von Bürchen die Vorlage über die Vereinbarung mit dem Entwicklerteam anzunehmen.

 

Bei Fragen zum Projekt stehen wir euch jederzeit gerne zur Verfügung.

 

WB-Artikel 22. November 2019

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