Vom Weltklasse-Athleten zum Laufleiter: Christian Spoerry und der Ski-OL in der Moosalpregion

Er gehörte über Jahre zur Weltspitze im Ski-Orientierungslauf, sammelte internationale Medaillen und schrieb Schweizer Sportgeschichte. Heute lebt Christian Spoerry in Bürchen – und bringt seinen Sport im Januar 2026 in die Moosalpregion. Ein Porträt.

Ein Leben zwischen Karte, Kompass und Langlaufskis

Christian Spoerry stand schon mit 15 Jahren an der Startlinie eines Ski-OL-Rennens. Was folgte, ist beeindruckend: Bronze an der Weltmeisterschaft 2007 mit der Staffel, Silber über die Langdistanz an der EM 2015, Bronze im Sprint 2016 – die ersten Schweizer Einzelmedaillen an internationalen Titelkämpfen im Ski-Orientierungslauf.

Aufgewachsen in Uetikon am See, zog ihn der Sport früh ins Ausland. Mit 21 Jahren wechselte er nach Schweden, um noch intensiver zu trainieren. 2020 führte ihn seine berufliche Laufbahn schliesslich nach Visp: Heute arbeitet er als Wissenschaftler in der Qualitätskontrolle bei der Lonza AG – und lebt mit seiner Familie in Bürchen.

«Die Aussicht auf die umliegenden Berge ist wunderschön, es ist ruhig und man ist schnell auf der Langlaufpiste», sagt er über sein neues Zuhause. Für jemanden, der den Schnee liebt, ein idealer Ort.

Wie Christian zum Ski-OL fand

Langlauf gehörte in seiner Familie seit jeher dazu – allerdings nur auf Freizeitlevel. Zum Ski-Orientierungslauf fand er erst durch Kolleginnen und Kollegen aus dem Langlauf. Die Mischung aus Ausdauer, Technik und Taktik faszinierte ihn vom ersten Moment an.
Auch heute, nach dem Rückzug aus dem Spitzensport, ist Christian dem Ski-OL treu geblieben – nun vor allem in organisatorischen Rollen.

Was den Ski-OL so besonders macht

Für viele ist Ski-Orientierungslauf noch ein Geheimtipp. Christian erklärt, wie der Sport funktioniert:

«Man ist mit Langlaufausrüstung unterwegs und hat zusätzlich eine spezielle Kartenhalterung vor sich. Die Karte bekommt man einige Sekunden vor dem Start, darauf sind die Posten in der richtigen Reihenfolge markiert.»

Das Ziel: Alle Posten finden, mit einem Chip quittieren – und das möglichst schnell.

Das Charakteristische am Ski-OL ist das ständige Lesen und Drehen der Karte während der Fahrt. Die Halterung wurde speziell für diesen Sport entwickelt und erlaubt es den Athletinnen und Athleten, die Karte im Fahrtwind auszurichten, ohne stehen bleiben zu müssen. Die Kombination aus Navigation, Geschwindigkeit und blitzschneller Routenwahl macht den Sport einzigartig.

Schweizermeisterschaft 2026 in der Moosalpregion

Im Januar 2026 ist die Moosalpregion Gastgeberin der Schweizer Meisterschaft im Ski-OL. Christian ist als Laufleiter und Kontrolleur verantwortlich – gemeinsam mit seiner Frau, Freunden und einem Team von Helfern organisiert er den Anlass.

Das Programm ist breit abgestützt: Von Kinderkategorien unter elf Jahren bis zu Senioren über 70, von Familien bis zu Anfängern, von Breitensport bis Leistungselite.

«Es ist ein Anlass, bei dem wirklich alle mitmachen können», sagt Christian. Besonders attraktiv ist das Wettkampfzentrum: Start und Ziel liegen nahe beieinander, es gibt Verpflegung, einen Speaker und eine hervorragende Sicht aufs offene Gelände.

Ideales Gelände: Die Hellela in Zeneggen

Das Wettkampfgebiet bietet alles, was ein Ski-OL-Herz höherschlagen lässt: offene Lichtungen, abwechslungsreiche Waldstücke und steilere Passagen, die anspruchsvolle Routenwahl und schnelle Abfahrten ermöglichen.
«Das Gelände ist super für Orientierungsläufe geeignet», sagt Christian begeistert.

Einfach mitmachen – auch ohne Vorkenntnisse

Christian betont, dass der Einstieg leicht ist:
«Am besten kommt man einfach an einen Wettkampf. Unsere Community ist sehr familiär, man findet immer jemanden, der eine Einführung gibt und die Karte erklärt.»

Für den Anlass 2026 werden spezielle Anfänger-Kategorien angeboten. Wer auf Langlaufskis sicher steht, kann teilnehmen.

Anmeldungen sind ab Dezember 2025 möglich:
👉 entry.picoevents.ch

Ein Gewinn für die Region

Für Christian ist der Event mehr als nur ein sportliches Highlight. «Es ist schön, zeigen zu können, was wir hier für tolle Langlaufloipen haben. Ich hoffe, dass die Teilnehmenden begeistert sind und gerne wiederkommen.»

Vielleicht, sagt er, wecke der Anlass sogar Lust auf weitere Orientierungsläufe in der Moosalpregion.