Die Geschichte hinter der Eröffnung des Törbeltal-Capricorn-Lifts

Ein Moment, auf den viele gewartet haben

Am 15.02.2026 wurde an der Talstation Niwen nicht einfach ein Lift eröffnet – es wurde ein gemeinsamer Erfolg gefeiert. Zahlreiche Gäste, Unterstützer:innen sowie Einheimische fanden sich zur offiziellen Eröffnungsfeier des sanierten Törbeltal-Capricorn-Lifts ein. Mit einem symbolischen Banddurchschnitt wurde sichtbar, was über Monate hinweg im Hintergrund vorbereitet worden war. Die Stimmung war geprägt von Dankbarkeit, denn hinter dem heutigen Anlass steht ein Projekt, das die Region über zwei Jahre hinweg beschäftigt hat. In seiner Ansprache bedankte sich Verwaltungsratspräsident Christian Lehner bei allen Beteiligten mit einem kräftigen «Värgälts Gott» – Worte, die den Charakter dieses Tages treffend zusammenfassten.

 

Der Anfang: zwei Jahre Stillstand

Vor zwei Jahren musste der damalige Telli-Lift ausser Betrieb genommen werden. Technische Abklärungen hatten gezeigt, dass ein sicherer Betrieb nicht mehr gewährleistet war. Für die Moosalpregion bedeutete dies eine spürbare Lücke im Wintersportangebot, denn die Anlage ist ein wichtiger Bestandteil des Skigebiets. Schnell wurde klar, dass eine einfache Reparatur nicht ausreichen würde. Eine umfassende Sanierung war nötig – technisch anspruchsvoll und finanziell herausfordernd zugleich. Doch statt den Lift aufzugeben, entschied man sich für einen Weg, der stark auf gemeinschaftliches Engagement setzte.

Ein Projekt, das von der Region getragen wurde

Die gestartete Sammelaktion entwickelte sich rasch zu einem beeindruckenden Zeichen regionaler Solidarität. Insgesamt beteiligten sich 553 Spenderinnen und Spender mit Beiträgen zwischen zehn und fünfzigtausend Franken. Am Ende konnten rund 909’580 Franken gesammelt werden – eine Summe, die wesentlich dazu beitrug, die Finanzierung der Sanierung zu sichern.

Diese breite Unterstützung zeigt, welchen Stellenwert der Lift für viele Menschen hat: nicht nur als technische Anlage, sondern als Teil der regionalen Identität und des gemeinsamen Wintersporterlebnisses. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 1,03 Millionen Franken, wobei der verbleibende Anteil der Bergbahnen dank der Spenden deutlich reduziert werden konnte.

 

Monate der Arbeit hinter den Kulissen

Während für Gäste lange Zeit wenig sichtbar war, liefen im Hintergrund intensive Arbeiten. Im Sommer 2025 begannen Demontage und Sanierung: Komponenten wurden zerlegt, Fundamente erneuert, technische Systeme überarbeitet und zentrale Bauteile modernisiert. Rollenbatterien, Steuerung, Motor und Getriebe wurden revidiert oder ersetzt, neue technische Standards integriert und die Anlage Schritt für Schritt wieder aufgebaut. Viele dieser Arbeiten waren hochkomplex und erforderten spezialisierte Fachkräfte sowie eine präzise Koordination zwischen Planung, Logistik und Montage. Der Lift wurde dabei nicht einfach repariert, sondern technisch in eine neue Zukunft geführt.

Wichtige Partner und Sponsoren

Dass ein Projekt dieser Grössenordnung umgesetzt werden konnte, verdankt die Moosalpregion einer breiten Palette an Unterstützenden. Neben zahlreichen privaten Gönnern engagierten sich wichtige Sponsoren und regionale Unternehmen, darunter die IED Gruppe AG, Air Zermatt AG, Stahleinbau AG Stalden, Ruppen AG Stalden, Kässbohrer Schweiz AG sowie der Verein Törbel-Moosalp Tourismus. Ergänzt wurde diese Unterstützung durch viele weitere Silber- und Bronzesponsoren sowie private Förderer, deren Beiträge zusammen das Fundament für die erfolgreiche Umsetzung bildeten. Gerade diese Vielfalt an Beteiligten zeigt, dass solche Projekte nur dann gelingen, wenn Wirtschaft, Region und Bevölkerung gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Ein neuer Name für einen neuen Abschnitt

Mit der technischen Erneuerung erhielt der Lift auch eine neue Identität. Dank einer grosszügigen Spende von 50’000 Franken durch die Firma Tscharner Liftsteuerungen trägt die Anlage künftig den Namen Törbeltal-Capricorn-Lift.

Die Namensgebung steht symbolisch für den Neustart: Der Lift bleibt Teil der regionalen Geschichte, blickt aber gleichzeitig nach vorne und startet modernisiert in eine neue Phase.

Der Moment der Rückkehr

Bereits am 31. Januar konnte die Anlage nach zwei Jahren Pause erstmals wieder in Betrieb genommen werden. Die Eröffnungsfeier verlieh diesem Neustart nun den offiziellen Rahmen. Für viele war es ein emotionaler Moment, den Lift wieder in Bewegung zu sehen – weil damit ein Stück Normalität ins Wintersportangebot zurückkehrt. Die zahlreichen Gäste vor Ort machten deutlich, wie sehr dieser Tag erwartet worden war.

Mehr als Infrastruktur

Der Törbeltal-Capricorn-Lift ist am Ende mehr als nur ein Transportmittel im Skigebiet. Seine Geschichte zeigt, was möglich wird, wenn eine Region zusammensteht. Unternehmen, Fachleute, Sponsoren, Vereine und private Unterstützer haben gemeinsam dazu beigetragen, dass der Lift erhalten bleibt. Die heutige Eröffnung war deshalb nicht nur ein Startschuss für den Betrieb, sondern auch ein sichtbares Zeichen für Zusammenhalt und gemeinsame Verantwortung.

Mit der Wiedereröffnung ist das Wintersportangebot der Moosalpregion wieder komplett. Gleichzeitig bleibt der Lift ein Symbol dafür, dass Investitionen in bestehende Infrastruktur dann gelingen, wenn sie breit getragen werden. Für die Gäste bedeutet dies mehr Möglichkeiten auf der Piste, für die Region ein gestärktes Angebot – und für alle Beteiligten die Gewissheit, gemeinsam etwas geschaffen zu haben, das Bestand hat.