Auf den Spuren der Südalpinen Tulpe – ein Frühlingsnachmittag mit Peter Salzmann

Die Südalpine Tulpe blüht nur ein paar Wochen im Jahr und nur an wenigen Orten der Schweiz. Einer davon ist die Moosalpregion. Wer im Mai durch die Bergwiesen rund um Törbel streift, kann sie entdecken – kleine, goldene Blütenköpfe, die im Wind zittern. Am Freitag, 15. Mai 2026, machten sich rund 15 Teilnehmende auf den Weg, um die seltene Schönheit gemeinsam mit Peter Salzmann aufzuspüren.

Treffpunkt Weisshorn

13.30 Uhr, Parkplatz beim Berghotel Weisshorn in Törbel. Das Wetter zeigt sich heute von seiner unentschlossenen Seite: ein paar Wolken, kühle Luft, zwischendurch sogar ein paar Schneeflocken. Doch das hält niemanden ab. Im Gegenteil: Es passt zur Stimmung, mit der wir uns auf den Weg machen.
Peter Salzmann ist Wander- und Kulturführer mit Herzblut. Schon als Kind verbrachte er seine Ferien in Bürchen, heute kennt er die Moosalpregion wie seine Hosentasche. Mit einem feinen Gespür für Natur, Menschen und Geschichten führt er die Gruppe entlang der Bergpfade – mal vorneweg, mal stehenbleibend, um auf ein Detail aufmerksam zu machen, das man sonst übersehen hätte.

Hohstetten – wo die Tulpe sich zuhause fühlt

Der Weg führt uns über den Weiler Hohstetten, einen jener Orte, an denen die Zeit ein bisschen langsamer zu vergehen scheint. Sonnenverwöhnte Hänge, alte Stadel, ein Hauch von gestern. Genau hier, auf diesen Bergwiesen, blüht die Südalpine Tulpe besonders üppig.
An diesem Nachmittag zeigt sich die seltene Schönheit allerdings ein wenig schüchtern: Die Kälte hat dafür gesorgt, dass die Blüten geschlossen bleiben. Wer die Südalpine Tulpe in voller Pracht sehen will, braucht Sonne, doch heute fehlt sie. Doch Peter weiss zu beruhigen: Auch geschlossen sind die kleinen gelben Tupfer in den Bergwiesen ein besonderer Anblick. Und er erzählt von ihrer Geschichte, ihren Eigenheiten und warum sie genau hier so gut gedeiht.
Doch es bleibt nicht bei der Tulpe. Peter erzählt uns von Sagen, die in dieser Region verwurzelt sind, von Gebäuden mit Geschichte und von Orten, an denen man stehenbleiben muss, um zu spüren, was sie erzählen.

Ein Apéro mit Blumenquiz

Auf dem Weg sammelt Peter immer wieder kleine Pflanzen ein. Erst beim Apéro, das wir gemeinsam einlegen, wird klar, was er vorhatte: Vor uns auf dem Tisch breitet sich eine kleine Sammlung von Blumen aus. Ein Blumenquiz. Jede:r darf raten – was ist das? Wie heisst sie? Wofür ist sie gut?
Es wird gelacht, gerätselt, diskutiert. Manche Pflanzen erkennt man sofort, andere bringen die Gruppe ins Grübeln. Und mit jeder Antwort wächst das Wissen über die Vielfalt der Walliser Bergflora.

Maultiermuseum und z’Nacht im Weisshorn

Nach dem Apéro führt uns der Weg weiter zum Maultiermuseum in Törbel – ein kleines, feines Museum, das die Geschichte der Maultierzucht in der Region erzählt. Auch hier weiss Peter, was es zu erzählen gibt.
Den Abschluss findet die Wanderung im Berghotel Weisshorn, wo wir gemeinsam zu Abend essen. Müde Beine, neugierige Augen, ein Kopf voller Geschichten – und die Gewissheit, an diesem Nachmittag etwas erlebt zu haben, das es so nirgendwo sonst gibt.

Die Moosalpregion hat ihre stillen Wunder

Die Südalpine Tulpe ist eines davon, auch wenn sie sich an diesem kühlen Maifreitag bedeckt hielt. Eine Wanderung mit Peter Salzmann ein anderes. Wer im Frühling auf den richtigen Wiesen unterwegs ist – und sich Zeit nimmt hinzuschauen, wird belohnt. Mit gelben Blütenköpfen, alten Geschichten und der Erkenntnis, dass es manchmal nicht der grosse Berg sein muss, der einen Tag besonders macht.

Mit Peter unterwegs

Tage wie dieser leben von Menschen wie Peter Salzmann. Er ist nicht einfach der Wanderführer, der voraus geht – er ist der, der stehenbleibt, wenn niemand etwas sieht, und dann erzählt, was es zu sehen gäbe. Eine alte Mauer, eine vergessene Sage, eine seltene Pflanze am Wegrand. Bei Peter wird jeder Schritt zur Entdeckung.

Wer in der kommenden Saison selbst mit ihm unterwegs sein möchte: https://www.alpevents.ch/

 

 

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